Rückblick auf meine Selbstwirksamkeitserfahrungen

2018 war ein unglaublich spannendes Jahr für mich und vor allem ein Jahr in dem ich ganz viel Selbstwirksamkeit erfahren habe. Ich habe ganz viele tolle Menschen erlebt, die für sich Möglichkeiten gefunden haben, Einfluss auf ihre Arbeitswelt zu nehmen. Ich halte Selbstwirksamkeit, für einen der wichtigsten Punkte für Zufriedenheit mit sich selbst und seinem (Arbeits-)leben, daher liegt in meinem Rückblick darauf der Fokus

Mein Blog

Mein Blog hat ganz wesentlich zu meinem Selbstwirksamkeitsgefühl beigetragen. Ich nehme mir die Freiheit, nicht strategisch vorzugehen, sondern über das zu schreiben, was mich gerade bewegt. Meine Motivation war zu Anfang hauptsächlich meine Mission, Personaler und Führungskräfte von validen Personalauswahlmethoden auf Augenhöhe zu überzeugen. Das ist immer noch ein starkes Motiv. Heute sehe ich es jedoch abstrakter, ich möchte Einfluss auf die Gestaltung unserer und insbesondere meiner ganz persönlichen Arbeitswelt nehmen. Einen Blog zu schreiben, sehe ich als eine große Chance an der Gestaltung teilzuhaben und etwas beizutragen. Dies bedeutet jedoch auch oft meine Komfortzone zu verlassen. Folgende Artikel wurden besonders häufig gelesen:

Was zeigt sich hier? Die Artikel in denen ich über meine persönliche Erfahrung sowie meine Entwicklung geschrieben habe, sprechen meine Leserinnen und Leser offensichtlich besonders an. Ich nehme das mal als Hinweis für 2019. Jedoch habe ich noch einiges an Wissen parat, was mir wichtig ist, in die Welt zu bringen, daher werden Fachartikel auch weiterhin einen Platz in meinem Blog finden. Dieses Ergebnis hat mich zunächst überrascht, ich hatte nicht mit so viel Interesse an meiner persönlichen Geschichte gerechnet. Meine Selbstwirksamkeit hat sich also weniger in der Weitergabe von Wissen gezeigt, sondern viel mehr in dem Teilen meiner Erfahrung. Durch die Rückmeldungen, die ich zu meinen Texten erhalten habe, weiß ich, dass Menschen sie für wertvoll erachten und so entsteht für mich ein direkter Zusammenhang zwischen meinem Blog und dem wie ich Einfluss auf die Arbeitswelt nehmen kann.

Mein erster WOL-Circle und die WOL-Community auf der Suche nach Arbeit mit Sinn

2018 war auch mein Jahr mit der Suche nach einer Arbeit mit Sinn. Arbeit mit Sinn war anfangs für mich, ein Unternehmen zu finden, in dem ich freie Bahn habe, wertschätzende und valide Recruitingprozesse aufzusetzen. Alternativ wollte ich mich als Scrum Master bewerben, weil ich fand, dass ich mit meiner Coaching- und Workshoperfahrung gute Voraussetzungen dafür habe. Beides gestaltete sich jedoch als schwieriger als gedacht. Vor diesem Hintergrund setzte ich mir in meinem ersten WOL-Circle das Ziel: Menschen zu finden, die gerne zu Arbeit gehen und Sinn in ihrer Arbeit sehen. Hier war mir insbesondere die WOL-Community auf Twitter, beim WOL-Camp in Berlin und auf den Meet-ups in Hannover eine große Hilfe. Denn ich lernte, dass viele dieser Menschen ihren Sinn in ihrer Arbeit darin sahen, Veränderungen zu treiben, sich für ein besseres Miteinander einzusetzen und sich unternehmensübergreifend zu vernetzen sowie Wissen zu teilen. Sie alle stoßen im Laufe ihrer Arbeit auf Hindernisse und suchen gemeinsam Wege, diese zu überwinden. Sie freuen sich über jeden kleinen Fortschritt und motivieren sich gegenseitig bei Rückschlägen. Und das machte auf einmal für mich viel mehr Sinn. So kam mir die Erkenntnis, wenn ich Dinge bewegen will, gehören Konflikte im Arbeitsleben dazu. Ich erkannte, dass mein Weg hier darin bestehen könnte, meine Fähigkeiten aus Working Out Loud anzuwenden, um mithilfe von wertvollen Beziehungen, die aus meiner Sicht notwendigen Veränderungen voran zu treiben. Es bedeutete in vielerlei Hinsicht eine Entlastung für mich. Ich brauchte keine Freigabe mehr von oben, sondern ich konnte selbst entscheiden was und wie viel ich tue. Außerdem lernte ich, dass Vorbild sein, eine viel zielführende Gestaltungsart der Arbeit ist, als Missionieren zu wollen. Nach dem WOL Camp entstand so auch meine neue Über mich Seite auf meinem Blog.

Agilität

Ursprünglich war es das Thema HR und IT, was mich zur Agilität gebracht hat. Dazu hatte ich in 2018 auch eine Artikelreihe gestartet. Durch Gespräche mit ITlern bin ich auf Scrum aufmerksam geworden. Da Scrum und Agilität so gut zu meinen Werten passen, habe ich mich in Eigenregie auf die Scrum Master-Zertifizierung vorbereitet. Die Gedanken habe ich für agiles Recruiting weiter entwickelt bis hin, dass ich Interesse bei meinem Team für agile Arbeitsweisen wecken konnte. Um praktische Erfahrungen als Scrum Master zu sammeln, versuchte ich zunächst ein oder mehrere Unternehmen zu finden, um zu hospitieren. Dies gelang mir jedoch nicht. Dafür bot mir das kleine Startup BeratungTeam kurzerhand an, ihre Retros zu moderieren und das Team als Coach zu unterstützen. Hierbei handelte es sich um den besten Einstieg, den ich mir wünschen konnte. Iryna und Peter sind zwei sehr wohlwollende Gründer, ihr Team ist einfach spitze und hat sich auf alles eingelassen. Mein Einsatz wurde mit tollem Feedback belohnt. Ich hatte es schon vorher geahnt, doch jetzt wurde es mir auch von außen bestätigt, Moderation und Coaching liegen mir sehr. Ich habe die Fähigkeit gut zu zuhören, an den sensiblen Stellen nachzufragen und die richtigen Themen auf den Punkt zu bringen. Die Selbstwirksamkeit ist hier durch den unmittelbaren Zusammenhang meiner Arbeit mit dem Ergebnis der Sessions und dem Feedback entstanden. Das hat Suchtpotenzial! Diese Momente möchte ich möglichst oft in meiner Arbeit erleben. Sie sind besser als jedes Gehalt, was man mir zahlen kann.

Vernetztes Arbeiten und wertvolle Beziehungen

Durch Working Out Loud und Twitter haben Netzwerke eine ganz neue Bedeutung für mich erhalten. Ich habe ein virtuelles Team gefunden, welches mich bei meinen Themen unterstützt und welches auch zu einem sehr wertvollen Offline-Netzwerk führt. In 2018 hat vernetztes Arbeiten und der Aufbau von wertvollen Beziehungen Inspiration und Motivation in mein Arbeitsleben gebracht. Mit vielen Themen fühle ich mich nicht mehr alleine. Ich fühle mich einer Gruppe zugehörig, die Dinge bewegen will. Es ist ein steter Quell an Wissen und treibt mich an, dran zu bleiben. Dies hat sich auch in einigen Offline Meet-ups fortgesetzt. Insbesondere das Working Out Loud Meet-up sowie das Liberating Structures Meet-up in Hannover empfinde ich als unglaubliche Bereicherung. Da treffe ich Menschen von denen ich lernen kann und denen ich auch etwas zurückgeben kann. Die Art wie die Struktur hinter dem Konzept Working Out Loud mich gelehrt hat, Beziehungen aufzubauen, hat mich dabei unterstützt, mich mit all diesen Menschen zu verbinden. Ja, die Grenzen zwischen „Arbeit“ und „Privatleben“ sind hier fließend, aber ich liebe das was ich tue und will die Community nicht mehr missen. Durch meine Denkanstöße habe ich das Gefühl, andere Menschen in ihrer Arbeit zu unterstützen und gleichzeitig, erhalte auch ich ganz viel Klarheit für meine eigenen Gedanken, sodass ich meine eigenen Ziele erfolgreicher umsetzen kann. Mehr Erfolg für mich und für andere, das fühlt sich gut an und ich habe den Eindruck, dass ich direkten Einfluss darauf haben kann. Das ist ein weiterer Aspekt von Selbstwirksamkeit für mich.

Mut und Klarheit

Klarheit für andere zu schaffen, ist eine meiner Stärken. Anderen Mut zu zusprechen, war für mich immer selbstverständlich. In 2018 habe ich diese beiden Dinge für mich selbst neu entdeckt. Ich habe viele Dinge das erste Mal gemacht, auch wenn mir manchmal mulmig war. Ich habe mir die Freiheit genommen, mich klar zu positionieren und meine Ziele zu verfolgen. Dinge haben auf einmal funktioniert, die ich vorher nicht für möglich gehalten habe. Kritischen Stimmen habe ich standgehalten, weil ich gleichzeitig wusste, dass ich für andere ein Vorbild sein konnte. Alle Entscheidungen, die ich in 2018 getroffen habe, würde ich wieder so treffen und es ist ein Jahr in dem ich das Gefühl hatte am Steuer zu sitzen und die Dinge in der Hand zu haben. So richtig bewusst, ist mir das vor wenigen Tagen geworden als ich mich auf ein Mal sagen hörte: „Wenn ich die Hoffnung verliere, dass ich etwas bewegen kann, dann werde ich mir ein neues Tätigkeitsfeld suchen.“ Wow, vor zwei Jahren hätte ich das auf keinen Fall gesagt.

Mein erster Podcast mit Leonid vom Firmenfunk soll Mut machen und Menschen helfen, für sich Klarheit zu gewinnen wie sie eine sinnstiftende Arbeit für sich finden können und wie sie so Einfluss auf die Gestaltung ihrer eigenen Arbeitswelt nehmen können. Es lohnt sich! Das Gefühl selbst am Steuer zu sitzen, hilft einem darüber hinweg, dass es auf dem Weg auch Rückschläge gibt und das ist unbezahlbar. Am 09.01.2019 gestalte ich eine Liberating Structures zu dem Thema „Was kannst du tun, um dein Arbeitsumfeld zu gestalten“. Ihr seid herzlich eingeladen.

Ausblick in 2019

Folgende Themen habe ich für mich für 2019 identifiziert, die ich gerne beibehalten möchte oder in mein Leben integrieren möchte.

WOL als Mittel, mir neue Themen zu erarbeiten und Beziehungen zu vertiefen. Ich finde es unglaublich angenehm, ein Netzwerk im Rücken zu haben, welches mich bei meinen persönlichen Zielen unterstützt. Es löst unglaubliche Glücksgefühle aus, andere Menschen darin zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen. Daher wird WOL auch in 2019 eine wesentliche Rolle für mich spielen, um meinen Weg weiter zu gehen.

 Künstliche Intelligenz (KI) wird mein neues Lernthema. So wie ich mich in 2018 in Agilität eingearbeitet habe, so möchte ich in 2019 KI verstehen. Wie funktioniert das? Für welche Lebensbereiche kann es angewendet werden? Welche ethischen und moralischen Fragestellungen werden relevant? Wie kann ich es für Recruiting nutzen? Nur weil es technisch möglich ist, führt es nicht notwendigerweise zu einem besseren Ergebnis oder einer besseren Candidate Experience. So viel habe ich schon gelernt. Um tatsächlich beurteilen zu könne, was davon ich anwenden möchte oder nicht, sehe ich die Notwendigkeit, mich intensiver mit dem Thema zu befassen. Daher werden Sie natürlich auch auf meinem Blog darüber lesen.

 Menschen unterstützen, Selbstwirksamkeit im beruflichen Kontext zu erfahren. So wie ich in 2018 diese starke Selbstwirksamkeitserfahrung machen durfte, wünsche ich mir das für die Menschen in meinem Umfeld. Wenn ich etwas durch persönliche Gespräche, Vorbildfunktion im Arbeitsumfeld sowie öffentliche Diskussionen dazu beitragen kann, möchte ich das in 2019 tun. Der Podcast war ein guter Anfang. Ich habe noch mehr Ideen und davon werden sicherlich einige in 2019 konkret. Lassen Sie sich überraschen.

Zwischen den Jahren ist für mich immer eine gute Zeit, um die Dinge mal Revue passieren zu lassen. Dass die Selbstwirksamkeitserfahrung mein Kernthema für 2018 war, ist mir erst dadurch so richtig bewusst geworden. Ich bin dankbar für diese Erfahrung und bin neugierig, welches Kernthema sich für 2019 abzeichnen wird.

 

2 Kommentare zu „Rückblick auf meine Selbstwirksamkeitserfahrungen“

  1. peterboesenberg

    Ein sehr schöner Rückblick, der auch mir Zuversicht für das neue Jahr gibt. Du hast mich schon im vergangenen Jahr sehr inspiriert auch an meinen eigenen Zielen und Idealen klar festzuhalten. Danken will ich dir für deine wertschätzende Haltung, die in unseren Workshops und Retrospektiven im BeratungTeam jedes Mal eine Bereicherung sind. Vielen Dank und mach weiter so!

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