Frauen in Führung und Working Out Loud – Was hat das miteinander zu tun?

Das große Überthema meines Blogs ist Arbeitswelt gestalten. Dazu gehört für mich auch das Thema „Mehr Frauen in Führungspositionen“. Vor einiger Zeit habe ich hier schon einen Artikel veröffentlicht in dem es um die aktuelle Situation der Gleichstellung zwischen Mann und Frau geht. Eine Quintessenz für mich zu dem Thema war, es existieren schon eine ganze Reihe von Initiativen, aber so richtig gravierende Änderungen sind in den letzten Jahrzehnten nicht zu verzeichnen.

Ich habe mich gefragt, was ich dazu beitragen kann. Ich habe mir zum Beispiel überlegt, dass ich mich mehr mit Menschen vernetzen will, die dieses Thema auch wichtig finden und außerdem auch Frauen, die ich gut finde, bewusst unterstützen möchte.

Unconscious Bias erkennen und überwinden

Unconscious Bias sind unbewusste Wahrnehmungsverzerrungen, denen wir alle unterliegen und denen man nur mit klaren Kriterien und dem Willen zur Selbstdisziplin versuchen kann, beizukommen. So kommt es unter anderem, dass Frauen nicht für Führungspositionen ausgewählt werden, da wir immer noch in den meisten Unternehmen eine männlich geprägte Führungskultur haben und Frauen daher nicht mit ihren Führungsqualitäten wahrgenommen werden. Vor diesem Hintergrund finde ich Working Out Loud sehr spannend als Weg der Unternehmens- und der Kulturentwicklung. Denn durch das Anwenden der Methode entwickelt sich ein Mindset bei den Menschen, welches aus meiner Sicht sehr förderlich dafür ist, um Unternehmenskultur dahingehend zu entwickeln, dass Frauen mit ihren Qualitäten wahrgenommen werden. Männer natürlich auch, aber darauf liegt in diesem Artikel nicht mein Fokus. Es geht mir dabei nicht nur um eine Gleichberechtigung auf dem Papier, sondern auch um den ganz praktischen Nutzen, wenn Unternehmen heterogen aufgestellt sind.

Working Out Loud als Unternehmenskulturentwicklungsinstrument

So wie Working Out Loud Silodenken überwinden kann und Aufeinanderzugehen fördert, so kann es auch die Zusammenarbeit zwischen Männer und Frauen und die Entwicklung einer heterogenen Unternehmenskultur fördern. Da bin ich mir sicher. Allerdings denke ich nicht, dass Working Out Loud als Mittel zum Zweck mehr Frauen in Führungspositionen zu etablieren, eingeführt werden sollte. Jedoch kann das Thema im Rahmen von Working Out Loud behandelt werden. Wenn Sie dazu ein Praxisbeispiel lesen wollen, lege ich Ihnen den Artikel von Ilona Libal an Herz. Sie beschreibt wie Working Out Loud bei BMW zu dem Thema Frauen in Führung beigetragen hat und wie es dazu gekommen ist. Sie haben in 12 Wochen 19 Maßnahmen erarbeitet, die bei BMW im Anschluss umgesetzt werden sollten.

Zwei frauentypische Fragestellungen

„So lieben die meisten Frauen das Netzwerken sehr, gehen allerdings eher nach persönlichen Vorlieben denn nach strategischen Überlegungen vor. Die Folge: Netzwerken kostet Zeit, bringt aber nichts.“ schreibt Ilona Libal in ihrem Blogbeitrag. Das habe ich in meinem persönlichen Umfeld auch schon oft erlebt und gehört. Und gerade da setzt Working Out Loud an, denn hier werden ganz gezielt Netzwerkaktivitäten gefördert, die mit dem individuellen Lernziel zu tun haben. Daher wird das Netzwerken auch als Mehrwert erlebt.

Darüber hinaus ist auch die mangelnde Sichtbarkeit häufig ein Frauenthema: „Falsch verstandene Bescheidenheit und ein mit familiären und beruflichen Pflichten gefüllter Kalender sorgen dafür, dass vermeintlich weniger wichtige Aktivitäten (wie zum Beispiel ein Gedankenaustausch mit höherrangigen Kollegen nach einem Meeting oder die Sichtbarkeit durch Wortmeldungen bei Veranstaltungen) schlichtweg hinten runterfallen.“  schreibt Ilona Libal außerdem. Uns Frauen kommt oft unser Organisationstalent in die Quere. Wir haben eine riesige Menge an Aufgaben zu bewältigen. Viele arbeiten in Teilzeit, um sich aber trotzdem zu beweisen, sind die besonders fleißig und effizient. Dann schmeißen sie den Haushalt und kümmern sich vorwiegend um die Kinder, weil aus verschiedenen Gründen die Aufgaben nicht gleich zu Hause verteilt sind. Aber auch genau diesem Thema nimmt sich Working Out Loud ebenfalls an. Es gehört einfach zu den wöchentlichen kleinen Einheiten dazu, dafür zu sorgen, dass man „sichtbarer“ wird und wenn es nur eine kleine Aktivität ist. Das strukturierte Programm sorgt dafür, dass diese Aktivitäten in der Agenda nach oben rutschen.

In Führung gehen als Working Out Loud Ziel

Nicht zuletzt können Frauen mithilfe von Working Out Loud an ihrer Fragestellung arbeiten: Wie werde ich Führungskraft? Sie können sich in zwölf Wochen gezielt vernetzen, gezielt sichtbar werden und nach 12 Wochen Fokus, haben sie sehr wahrscheinlich eine Idee oder vielleicht sogar einen Plan wie sie in Führung gehen könnten.

Working Out Loud als Mindset

Aber selbst, wenn das nicht das Ziel ist, so bin ich mittlerweile davon überzeugt, dass das Mindset, welches hinter Working Out Loud steht, dazu führen wird, dass mehr Frauen ihr Potenzial entfalten werden und sowohl bei anderen Frauen als auch bei Männern mehr Gehör finden werden und deswegen wird es früher oder später mehr Frauen in Führung geben.

Dieser Artikel erscheint in meiner Kategorie Glanzperlen, weil ich Menschen, die aus meiner Sicht spannende Themen vorantreiben, unterstützen will. Hier geht es zu dem Originalartikel von Ilona.

 

2 Kommentare zu „Frauen in Führung und Working Out Loud – Was hat das miteinander zu tun?“

  1. Finde ich mega, liebe Katharina; hätte ich mal bei Dir gespickt – genau letzte Woche dazu einen kleinen Beitrag für Brigitte Women geschrieben!
    Seit Jahren empfiehlt man „uns Frauen“ das Netzwerken, doch keines der NW kommt so richtig in Schwung, weder in Unternehmen noch ausserhalb. (Jaaa, es gibt die DGW, die aber für mich im Augenblick noch eher als „Eventmaschine“ stehen, eher wie Lions oder Rotarier).
    Ein klasse Beitrag!

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