Home Office – Mobiles Arbeiten – Remote Work: Was wird zukünftig möglich sein?

remote work

Offiziell ging die Blogparade von Marcus Raitner nur bis zum 31.05.2020. Ich bin also zu spät. Aber trotzdem will ich hier noch ein paar Gedanken niederschreiben.

Schon seit ich mich mit dem Thema New Work beschäftige, habe ich immer mit einem neidischen Blick auf die sogenannten digitalen Nomaden geschaut. In meinem Berufsleben habe ich schon Arbeitgeber kennengelernt, bei denen es möglich war tageweise nach Absprache von zu Hause zu arbeiten, wenn z.B. ein Handwerkertermin anstand. Ohne Grund und regelmäßig habe ich bisher noch nie von zu Hause arbeiten können. Vor Corona dachte ich auch, dass dies bis auf weiteres nicht möglich sei. Zum einen, nahm ich an, dass dadurch, dass ich nicht in der IT arbeite sowieso immer ein Teil meiner Arbeit Präsenzarbeit sein würde und zum anderen, weil mein aktueller Arbeitgeber mich mit einem Stand-PC ausgestattet hat und mir so schlichtweg die Arbeitsausstattung fehlte.

Der Wechsel von Präsenzkultur zur Remotearbeit geht auch mit einfachen Mitteln überraschend gut. Klick um zu Tweeten

Umso erstaunlicher war es wie schnell sich Dinge ändern können. Mein Arbeitgeber hat blitzschnell entsprechende Server-Kapazitäten aufgebaut, weitere VPN-Lizenzen eingekauft und ich fand mich auf einmal mit 100% im Home Office wieder. Es ist ein harter Schnitt, wenn eine Organisation wie meine, von einem Tag auf den anderen die Arbeitsweise in dieser Form umstellt. Alles was ich von anderen Arbeitgebern schon gehört hatte wie, Office 365, MS Teams, ESN etc. gab und gibt es bei uns nicht. Die Not hat aber erstaunlich erfinderisch gemacht. Ich gebe zu, dass ich sehr skeptisch war, ob die Zusammenarbeit in unserem Team ohne diese ganzen modernen Tools möglich sein kann, aber ich wurde eines Besseren belehrt.

Insgesamt ist durch das Home Office meine Arbeitszeit für mich flexibler geworden. Klick um zu Tweeten

Für mich persönlich ging der Übergang nahtlos. Ich genieße die gewonnene Zeit, die ich durch den nicht vorhandenen Arbeitsweg spare und durch das hauptsächlich sonnige Wetter freut sich Pflegehündin Shira über regelmäßige Spaziergänge in der Mittagspause. Im Büro hatte ich mir regelmäßige Spaziergänge vorgenommen, aber nie länger als eine Woche durchgehalten. Weiterhin genieße ich die Flexibilität, Pausen so zu legen wie ich sie brauche und auch die Länge so anzupassen wie ich sie brauche. Denn insgesamt ist meine Arbeitszeit flexibler geworden. Manchmal fange ich früh an, mache eine lange Mittagspause und arbeite später bis in den frühen Abend weiter. So etwas war vorher kaum denkbar, da man immer den Arbeitsweg einkalkulieren musste.

Was wenn es nach Corona nicht nur Home Office gibt, sondern „arbeite wo und wann du willst“? Klick um zu Tweeten

Diesen Artikel schreibe ich aus meinem Urlaub an der Ostsee. Vor wenigen Tagen kam mir die Frage: warum sollte ich eigentlich wieder nach Hause fahren? Jetzt wo ich weiß, dass ich 100% remote Arbeiten kann, meine Chefs wissen, dass meine Arbeit auch von zu Hause uneingeschränkt möglich ist und wir uns ein Stück weit daran gewöhnt haben. Wer sagt mir dann, dass ich zu Hause sitzen muss? Ist es nicht eigentlich egal? Bin ich meinem Traum vom zeitweise digitalen Nomadentum so nah wie nie? Ich gebe zu, sowas zu denken im Zusammenhang mit meinem eher wie eine Behörde strukturierten Arbeitgeber, fühlt sich verrückt an. Andererseits fallen mir keine Argumente dagegen ein, außer vielleicht ein paar steuerrechtliche.

Manche berichten mir, dass sie die Nase voll haben vom Home Office. Sie vermissen die Kollegen oder zu Hause fällt ihnen die Decke auf den Kopf. Aus diesen und ähnlichen Gründen sind einige meiner Kollegen zumindest tageweise auch wieder ins Büro zurückgekehrt. Ich hingegen fühle mich wohl wo ich bin und liebe die neue Flexibilität. Aber ich räume auch ein, im Gegensatz zu manch anderem habe ich es mir auch recht gemütlich machen können. Ich habe ein Arbeitszimmer mit einem Schreibtisch, einem Bürostuhl und ich habe zwei Bildschirme. Weiterhin bin ich digital so stark vernetzt, dass ich mehr Angebote habe als Zeit an allem teilzunehmen. Gleichzeitig genieße ich die zusätzliche freie Zeit, um lange liegen gebliebene Aufgaben zu erledigen, mehr Sport zu machen und mehr zu lesen. Alles Dinge, bei denen ich vor Corona das Gefühl hatte, zu wenig Zeit zu haben. Mir ist jedoch klar, dass das Luxus ist gegenüber allen, die noch Kinder betreuen müssen und unter Umständen am Küchentisch mit einem Laptop sitzen.

Remotearbeit braucht weniger als man denkt und Raum für Entwicklung ist immer. Klick um zu Tweeten

Rückblickend auf die letzten Wochen hoffe ich, dass viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelernt haben, dass vieles möglich ist, was man vorher nicht für möglich gehalten hat. Außerdem, mit Blick auf mein Arbeitsumfeld, kann ich bestätigen, dass Home Office auch schon mit ganz kleinem Einsatz möglich ist. Ich spreche den Mehrwert von MS Teams und ESN nicht ab. Solche Tools haben noch ganz andere Nutzen als dass Mitarbeitende von zu Hause aus arbeiten können. Ich will nur sagen, es geht auch ohne. Es ist alles eine Frage der Organisation. Es geht für mich darum, einfach mal anzufangen und Dinge auszuprobieren. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es nicht unter dem Corona-Zwang entsteht. Gleichzeitig glaube ich, dass Home Office sonst in vielen Unternehmen weiterhin auf die lange Bank geschoben worden wäre.

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